Die Vorabpauschale verstehen
Warum thesaurierende Fonds jährlich besteuert werden, wie sich die Vorabpauschale berechnet und worauf du achten solltest.
1 Min. Lesezeit
Stand: 31.05.2026
Warum es die Vorabpauschale gibt
Seit der Investmentsteuerreform 2018 werden Fonds in Deutschland auch dann laufend besteuert, wenn sie keine Erträge ausschütten. Bei einem thesaurierenden ETF, der alle Gewinne reinvestiert, gäbe es sonst jahrzehntelang keine Steuer – erst beim Verkauf. Die Vorabpauschale stellt eine jährliche Mindestbesteuerung sicher und sorgt für Gleichbehandlung mit ausschüttenden Fonds.
So wird sie berechnet
Die Vorabpauschale baut auf dem Basisertrag auf:
Basisertrag = Fondswert zu Jahresbeginn × Basiszins × 0,7
Der Basiszins wird jährlich vom Bundesfinanzministerium festgelegt (2024: 2,29 %, 2025: 2,53 %). Zwei Begrenzungen sind wichtig:
- Die Vorabpauschale ist auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres gedeckelt. Verliert der Fonds an Wert, fällt sie ganz weg.
- Ausschüttungen des Jahres werden angerechnet und mindern die Vorabpauschale.
Auf den verbleibenden Betrag wird – nach Abzug der Teilfreistellung – die Abgeltungssteuer fällig.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, dein Aktien-ETF ist zu Jahresbeginn 20.000 € wert und steigt im Jahr um 1.600 €. Bei einem Basiszins von 2,53 % beträgt der Basisertrag 354 €. Nach 30 % Teilfreistellung sind 248 € steuerpflichtig – das ergibt rund 65 € Steuer.
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Vorabpauschale-Rechner
Berechne die Vorabpauschale für deinen Fonds mit deinen eigenen Zahlen.
Worauf du achten solltest
Deine Bank zieht die Steuer automatisch vom Verrechnungskonto ein – meist im Januar für das Vorjahr. Sorge dort für ausreichend Guthaben, sonst kann es zu einer Rückfrage oder einem Verkauf von Anteilen kommen. Die gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf angerechnet, sodass derselbe Gewinn nicht doppelt besteuert wird. Auch hier gilt: Dein Sparerpauschbetrag stellt die Vorabpauschale bis zur Höhe des Freibetrags steuerfrei.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Steuerberatung.
Dieser Artikel dient deiner Information und Bildung – er ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Welche Entscheidungen zu dir passen, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Im Zweifel hilft dir eine unabhängige Beratung weiter.